Fahrrad-Heckträger, Test
Fahrrad-Heckträger im Test: Handling, Beladung, Gewicht, Preis

Im Test: 7 Fahrrad-Heckträger

Fahrrad-Heckträger im Test: Handling, Beladung, Gewicht, Preis

Die schonendste Art des Radtransports am Fahrzeug ist für Auto und Bike sicherlich die Berförderung auf einem Heckträger. Wir haben sieben aktuelle Modelle unter die Lupe genommen.
TEILE DIESEN ARTIKEL

Im redaktionellen Alltag vergeht keine Woche, in der nicht mindestens einmal Bikes zum Testen, zu diversen Foto-Shootings oder von und zu den Herstellern transportiert werden. Nicht immer steht uns dabei ein größerer Transporter zur Verfügung, sodass wir die Räder auch mal mit einem normalen Auto befördern müssen. Am schonendsten für Auto, Kleidung, Hände und Kräfte hat sich dabei der Transport mit einem Heckträger erwiesen: Schnelle und leichte Aufladung, vorheriges Putzen der Bikes entfällt und weder das Auto noch die Klamotten sehen hinterher aus wie durch den Schlamm gezogen. So mögen wir das! Sieben aktuelle Fahrrad-Heckträger haben wir ausprobiert.

„Sitzt es jetzt fest?“: Die bikesport-Redakteure Andreas Rieger (links) und Thomas Werz prüfen unterwegs den korrekten Sitz der Räder.

Trägersysteme aus ganz Europa

Folgende Heckträgersysteme zwischen 379 und 699 Euro haben sich unserem Test gestellt: Neben den etablierten Trägern der Hersteller Atera, Eufab, MFT, Thule, Uebler und Westfalia hat sich ein interessantes System neu ins Testfeld gewagt. Elite, der italienische Spezialist für Fahrradzubehör wie Radtrainer, Trinkflaschen und -halter, hat mit dem Dolomiti 3B Ramp einen außergewöhnlichen Träger im Programm. Der Dolomiti ist einsatzbereit auf der Kupplung seitlich abkippbar und soll so eine einfache Beladung des Trägers mit den Bikes ermöglichen. Nachteil: Mit 29 Kilogramm ist der Italiener nicht gerade  „schlank“.

Ladehilfe: Der Dolomiti von Elite wird zur leichteren Beladung abgesenkt.

Faltbare und starre Träger

Unsere sieben Probanden lassen sich in zwei Klassen einteilen: leichte und kompakt verstaubare Faltträger sowie Träger mit starrem Aufbau. Mit sehr einfacher Montage und einer leichten und kompakten Bauweise gefällt der Euro-Select Compact vom schwäbischen Hersteller MFT auf Anhieb. Der Elite Dolomiti 3B Ramp ist ähnlich aufgebaut und verfügt ebenfalls über einen mittigen Faltmechanismus mit zwei klappbaren Flügeln. Der Dolomiti kann dank der kleinen Rollen an der Unterseite ans Auto heran und wieder weggefahren werden. Faltbar sind auch die Träger von Eufab, Uebler und Westfalia, die allerdings über einen Grundrahmen verfügen. An diesem werden die Laufradschienen sowie die Rücklichter ausgerichtet. Einen Aufbau mit Grundrahmen und daran fest montierten Elementen weisen die Systeme von Atera und Thule auf. Beide Träger liegen zwar gewichtstechnisch eher im oberen Segment, sind aber trotzdem gut zu handhaben und punkten mit erstklassiger Verarbeitung.

Befestigung der Bikes

Alle Hersteller verwenden zur Radmontage Haltearme mit entsprechenden Krallen. Die Arme werden am Haltebügel befestigt und am Rahmen verspannt. Sehr geschickt löst MFT dies mit einer Doppelkralle von Rahmen zu Rahmen. Das lässt mehr Flexibilität zu, erleichert und beschleunigt die Radmontage erheblich.

Tipp: Alle Verschlüsse vor der Abfahrt nochmals kontrollieren.

So haben wir getestet

Als Bikeexperten lag unser Fokus beim Test natürlich auf der Handhabbarkeit und dem Umgang mit den Mountainbikes. Unser erster Blick galt dem An- und Aufbau an das Auto beziehungsweise an die Anhängerkupplung: Wie leicht lässt sich dies erledigen? Wie viele Schritte sind nötig und so weiter. Die nächste Prüfung galt der Montage der Fahrräder: In welcher Zeit ist dies möglich? Inwieweit kommen sich die Räder in die Quere? Was muss bei der Montage beachtet werden? Im Umkehrschluss probierten wir auch den Abbau der Räder aus: Wie lange dauert er? Schafft man es alleine?

Unsere Gewichtung in der Auswertung:

Beladung und Handling: je 30 %
Gewicht: 20 %
Verarbeitung, Preis-Leistung: je 10%

Was wirklich wichtig ist …

Wichtig ist die fachgerechte Anbringung am Auto und die sichere Montage der Räder. Schön, wenn der Träger bei Nichtgebrauch auch noch kompakt verstaut werden kann.

Abstand: Der Abstand sollte so großzügig sein, dass keine Scheuerstellen entstehen.

Packmaß: Diese Größe ist wichtig, wenn der Träger platzsparend verstaut werden soll.

Spannhebel: Der Spannhebel muss einrasten, stramm sitzen und abgeschlossen sein.

Abklappen: Um den Kofferraum zu öffnen, lassen sich alle Träger abklappen.

Die Träger im Test

Atera strada evo 2

Der Strada Evo 2 von Atera ist ein Dauerbrenner im Test. Die Stahlrahmenkonstruktion wird durch einen Aluprofilaufbau ergänzt. Der 108 cm breite Träger bietet durch die Radschuhe guten Halt auch im Kurvenbereich. Die Befestigung des Trägers auf der Kupplung gelingt leicht.

Fazit: Die Verarbeitungsqualität ist erstklassig. Die Montage der Räder erfordert ein wenig Routine, die Räder „stehen“ stabil auf dem Atera.

Preis: 498 Euro
Radgrößen: alle Größen, bis
2.4er Reifenbreite
Gewicht: 16,5 kg
tragkraft: 60 kg
Plätze: 2 + 1
info: www.atera.de

Elite Dolomiti 3B Ramp

Neu ist der Dolomiti 3B Ramp vom Zubehörspezialisten Elite. Als einziger Träger im Test kann der Italiener seitlich geneigt werden, um so das Beladen zu erleichtern: Einfach das Vorderrad anheben und das Bike hochschieben. Die Handhabung verlangt gewichtsbedingt etwas Kraft.

Fazit: Klappmechanismus, Verarbeitung und Details haben die Italiener beim Dolomiti gekonnt umgesetzt, leider ist der Träger sehr schwer.

Preis: 699 Euro
Radgrößen: alle Größen, auch
E-MTB tauglich
Gewicht: 29 kg
tragkraft: 60 kg
Plätze: 3
info: www.elite-it.com

Eufab Premium II

Abseits des Einsatzes auf der Anhängerkupplung braucht der Eufab wenig Platz. Das „Entfalten“ des Trägers auf der Kupplung ist etwas diffizil. Zur Fixierung der Laufräder kommen einfache Spannbänder zum Einsatz. Leicht verstellbar sind die Spannzangen am Transportbügel.

Fazit: Technik zum günstigen Preis. Solide Verarbeitung, die tadellose Funktion und die leichte Verstaubarkeit sprechen für sich.

Preis: 399,95 Euro
Radgrößen: alle Radgrößen,
E-MTB tauglich
Gewicht: 17 kg
Tragkraft: 60 kg
Plätze: 2
Info: www.eal-vertrieb.de

MFT Euro-Select Compact

Der MFT geht bereits in sein drittes Modelljahr, er wird von den schwäbischen Entwicklern permanent geprüft und auf den neusten Stand der Technik gebracht. Der Träger begeistert durch seinen einfachen Aufbau und die sehr schnelle und leichte Radfixierung von Rahmen zu Rahmen.

Fazit: Der Euro-Select Compact glänzt beim Gewicht, beim Handling und mit der ausgefeilten Technik. Er ist der günstigste Träger im Test.

Preis: 379 Euro
Radgrößen: alle Größen, bis
80 mm Rahmendurchmesser
Gewicht: 14,5 kg
Tragkraft: 60 kg
Plätze: 2
Info: www.mftgmbh.de

Thule VeloSpace 917

Der Thule VeloSpace 917 nimmt alles auf, egal ob Renner oder Fatbike. Die Montage auf der Kupplung gelingt – vom Eigengewicht des Trägers mal abgesehen – easy, das Befestigen der Räder ebenso. Die extra langen Riemen der Radschuhe sind auch für Fatbike-Laufräder ausgelegt.

Fazit: Etwas schwer und sperrig abseits der Kupplung, Bei Verarbeitung und Transport bewegt sich der Thule jedoch in einer eigenen Liga!

Preis: 589 Euro
Radgrößen: alle Größen, bis
80 mm Rahmendurchmesser
Gewicht: 18,7 kg
Tragkraft: 60 kg
Plätze: 2
Info: www.thule.com

Uebler X21 S

Schon beim Anbringen auf die Kupplung fällt die leichte Handhabung auf. Ohne überflüssigen Kraftaufwand ist der X21 S schnell fixiert. Die optimale Befestigung der Bikes benötigt beim ersten Mal Aufmerksamkeit, dann läuft´s. Auch Fatbikes „stehen“ auf dem X21 S sicher.

Fazit: Superleichtes Handling durch einfachen Mechanismus und geringes Gewicht: durchdachte Technik für sichere Radmontage.

Preis: 557 Euro
Radgrößen: alle Größen, bis
75 mm Rahmendurchmesser
Gewicht: 13,5 kg
Tragkraft: 60 kg
Plätze: 2
Info: www.uebler.com

Westfalia BC 70

Der BC 70 löst den Dauerbrenner BC 60 ab. Er speckte ein Kilogramm ab und erhielt neue Verschlussbänder. Diese „schnappen“ automatisch zurück und sind reißfester als ihre Vorgänger. Neu ist auch die Verspannung auf der Kupplung, die nun eine höhere Sicherheit bietet.

Fazit: Abermals optimiert glänzt der BC 70 mit weitem Abklappmechanismus, variablem Radstand und ausgeklügeltem Ratschensystem.

Preis: 499 Euro
Radgrößen: alle Größen, bis 80
mm Rahmendurchmesser
Gewicht: 17,4 kg
Tragkraft: 60 kg
Plätze: 2 + 1
Info: westfalia-automotive.com

Tipps zum Radtransport

1. Vor dem Kauf eines Heckträgers unbedingt die maximale Stützlast der Anhängerkupplung in Erfahrung bringen. Diese steht im Kfz-Schein.
2. Bei Aufbau und Montage sorgfältig vorgehen! Alle Verschlüsse vor der Abfahrt nochmals kontrollieren.
3. Den festen Sitz des Trägers und der Räder bei längeren Fahrten zwischendurch unbedingt überprüfen und gegebenenfalls nachziehen.
4. Scheuerstellen an den Rädern vermeiden. Sollten diese sehr dicht zusammenstehen, eventuell Rohrisolation aus dem Baumarkt dazwischenfügen.
5. Die Spannkrallen möglichst im rechten Winkel anbringen und nicht zu fest anziehen. Vorsicht bei Carbon!
6. Funktionskontrolle der Beleuchtung und zusätzliches Nummernschild nicht vergessen. Dieses muss kein TÜV-Siegel aufweisen.

Schlagworte
envelope facebook social link instagram