Variostützen im Test
Variostützen für das E-MTB im Test: 13 Variostützen von 219 bis 514 Euro

Variostützen: Drop & Roll!

Variostützen für das E-MTB im Test: 13 Variostützen von 219 bis 514 Euro

Variostützen verbessern Flow und Sicherheit. Doch welche kann bei Montage, Ergonomie und in der Praxis überzeugen? Wir haben 13 aktuelle Modelle auf dem Trail ausgefahren und versenkt.
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Rauf und nieder immer wieder! Das ist die Glücksformel für eine perfekte Ausfahrt. Um den Fahrfluss maximal zu halten, haben sich Variostützen mit ihrem verstellbaren Hub deshalb über die letzten Jahre einen festen Platz im Bikerherz erobert.

Die Unterschiede der Variostützen: teils extrem!

Und so gleich das Funktionsprinzip bei allen Stützen ist, unterscheiden sich die Testmuster im Detail doch sehr stark. Bei der Ansteuerung löst Magura via Funk aus, alle anderen Hersteller setzen auf Kabel. Rein mechanisch funktioniert im Test nur die E13, auf eine Kartusche setzen Bontrager, Contec, CrankBrothers, Fox, Pro, RaceFace und SDG. Ein Mix aus Luftkammer und Hydraulik ist indessen bei BikeYoke, KindShock, Magura, One, und RockShox zu finden.

Banner, bikesport e-mtb 1/2018, Ausgabe

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Diese Variostützen haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
BikeYoke ReviveJetzt bestellen! 419 Euro Testsieger
Bontrager Line DropperJetzt bestellen! 249,99 Euro
Contec Drop a GogoJetzt bestellen! 249,95 Euro
CrankBrothers HighlineJetzt bestellen! 350 Euro Empfehlung
E13 TRS+Jetzt bestellen! 299,99 Euro Testsieger
FOX Transfer Factory SeriesJetzt bestellen! ab 498 Euro
KindShock LEV IntegraJetzt bestellen! 389 Euro
Magura Vyron eLECTJetzt bestellen! 449 Euro Empfehlung
OneUp Components Dropper PostJetzt bestellen! 219 Euro Preis/Leistung
PRO KoryakJetzt bestellen! 299,95 Euro
RaceFace Turbine RJetzt bestellen! 449,80 Euro
RockShox Reverb StealthJetzt bestellen! 514 Euro
SDG TellisJetzt bestellen! 269,99 Euro

Die ausführlichen Testberichte finden Sie in der bikesport e-mtb Ausgabe 1/2019. Jetzt bestellen!

Maße beachten!

Vor dem Kauf sollten wichtige Punkte beachtet werden. Je nach Rahmen- und Körpergröße variiert die Möglichkeit einen bestimmten Hub einzusetzen. Grundlegend gilt: Je größer die Person, umso mehr Hub kann wahrscheinlich genutzt werden. Bei den Stützen sollte deshalb die Aufbauhöhe betrachtet werden. Sie wird vom Aufstandspunkt der Stütze vom Rahmen bis Mitte Sattelgestell gemessen. Ein Beispiel: Obwohl BikeYoke 17mm mehr Hub als SDG bietet, baut letztere 3mm höher. Ein Vergleich lohnt also.

Ein anderes wichtiges Maß ist die Einstecktiefe. Bei neueren Rahmen mit starkem Knick im Sitzrohr (siehe Trek, Specialized, Ghost) kann bei einer Stütze zwar die Aufbauhöhe passen, die Stütze steht aber im Rahmen an und kann so nicht auf die richtige Höhe eingestellt und damit am Ende auch nicht genutzt werden.

Variostützen im Test: Die Testkriterien im Überblick

Alle Betätigungshebel können direkt am Lenker montiert werden. An Multifunktionsschellen von Bremsen- und Zubehörherstellern passen aber nur BikeYoke, Bontrager, E13, One, Pro und RaceFace. Eine perfekte ergonomische Ausrichtung ist indessen einzig bei CrankBrothers durch das integrierte Kugelgelenk möglich. Hierfür gibt’s einen satten Extrapunkt. Eine Feinjustage der Züge bieten alle Hersteller, damit ein Zug, der sich gelängt hat, nachgestellt werden kann.

Bei der Zugmontage gilt: je mehr Radien im Zug, umso höher die Betätigungskraft. Einzig RockShox umgeht die Problematik durch eine hydraulische Ansteuerung. Bei der Seilzugklemmung gibt es zwei Varianten: Entweder wird der Zug an der Stütze oder am Hebel geklemmt. In der Praxis präferierten wir die Klemmung am Hebel. Andererseits geben nur BikeYoke und KindShock die Anleitung direkt auf der Stütze (BY) oder dem mitgelieferten Adapter (KS) an.

Speziell betrachtet wurde auch der Sattelstützenkopf. Pluspunkte gab es etwa für lange, abstehende oder aushängbare Schrauben, die die Sattelmontage erleichtern. Aber auch eine große Winkelverstellung ist wichtig, um flache Sitzrohrwinkel oder schräge Sattelgestelle auszugleichen. Pro heimst hier die Bestnote ein, gefolgt von CrankBrothers und E13. Alle anderen haben teils größere Schwächen. Die Klemmschalen für die Sattelstreben sollten zudem im oberen Bereich möglichst kurz ausfallen, um einen weiten Verstellbereich zu gewährleisten (BikeYoke, CrankBrothers, Pro, RockShox). Für eine gute Unterstützung der Sattelstreben sollte die untere Schale aber möglichst lang ausfallen, was gerade bei Fox, RaceFace, One und RockShox der Fall ist.

Tipps und Tricks für die Praxis

1. Montage: Stützendurchmesser zu klein? Kein Problem: Reduziershims (z.B. Airwings, CaneCreek, USE) helfen bei der Anpassung an den Rahmen. Gegen Zugscheuern an Rahmen und Gabel helfen Kabelführungen, etwa von Jagwire.

Variostützen, Test

2. Montagepaste: Gegen Korrosion zwischen Stütze und Rahmen hilft Montagepaste (z.B. Shimano). Vorsicht aber bei Carbonrahmen: hier unbedingt auf spezielle Pasten mit Mikrogranulat zur Erhöhung der Reibung setzen. Gibt‘s von Hanseline oder Motorex.

Variostützen, Test

3. Pflege: Wie bei Federgabel und Dämpfer sollte auch eine Variostütze regelmäßig gepflegt werden. Zur täglichen Schnellpflege passt Atlantic Federgabelspray. Für die halbjährliche Rundumpflege gutes Fett von R.S.P. oder RockShox verwenden.

Der Hebel wird oft unterschätzt!

Bei jeder Betätigung der Stütze drücken wir den Hebel. Gerade deshalb achten wir dort auf verschiedene Punkte. Und das fängt schon beim Kauf an! Contec bietet zwei unterschiedliche Hebel im Lieferumfang. Bei Fox und RaceFace wird gleich gar kein Hebel mitgeliefert. Es wird aber empfohlen einen aus drei Hebeln zu wählen (2x Fox, 1x RaceFace). RockShox bietet einen Tuninghebel im Schalthebel-Style an. Auch wenn dieser schwerer und teurer ist, würden wir ihn wegen der deutlich besseren Ergonomie und Bedienfreundlichkeit klar dem Original vorziehen.

Bezüglich der Ergonomie wird auf Form und die Größe der Druckfläche geachtet. Trifft man den Hebel nicht perfekt, so stören die Kanten bei Contec, Fox, Kind­Shock, One und vor allem RockShox. Bei RockShox kommt hinzu, dass die Fläche recht klein ausfällt. Sehr positiv ist das Kugelgelenk bei CrankBrothers aufgefallen. Hier kann der Hebel perfekt zum Daumen ausgerichtet werden. Ist die Oberfläche dann wie bei CrankBrothers, E13, One oder RaceFace durch Sandpapier oder Fräsrillen aufgeraut, stimmt auch die Griffigkeit in ruppigem Gelände.

Beim Gewicht findet ihr drei Werte: Das Systemgewicht beinhaltet Stütze, Hebel und Züge und ist das ehrlichste Maß. Trotzdem sind auch die Einzelgewichte von Stütze und Hebel angegeben, um direkt vergleichen zu können. Die geringsten Gewichte bieten KindShock, Magura, BikeYoke und One.

bikesport e-mtb 1/2019: Alle Inhalte der aktuellen Ausgabe

Die Praxis zählt!

In der Praxis fällt dann vor allem die Betätigungskraft am Hebel auf, die sich aus Übersetzungsverhältnis des Hebels, der Mechanik der Stütze und der Reibung in den Zügen zusammensetzt. Bei Bontrager, Contec, E13, Magura, Pro und SDG benötigt man sehr wenig, bei CrankBrothers und RockShox etwas mehr Daumendruck. Beim Versenken des Sattels laufen BikeYoke und E13 sagenhaft geschmeidig, Bontrager und CrankBrothers brauchen hingegen etwas mehr Druck am Sattel. Die Ausfahrgeschwindigkeit gefiel bei BikeYoke, E13, Fox, One, RaceFace und Rock­Shox am besten. Bei Fox und RaceFace kann sie zudem via Hebelweg, bei Rock­Shox über den Hebel selbst auch auf Tour variiert werden. Feintuning über den Luftdruck ist bei BikeYoke, KindShock, Magura und RockShox möglich.

Ein wichtiger Punkt, den viele Biker nicht auf dem Schirm haben, ist die Möglichkeit, das Rad auch mit versenkter Stütze anzuheben. Perfekt funktioniert das aber nur bei Bontrager, CrankBrothers, E13, Fox oder RaceFace. Andere Modelle geben nach und es besteht die Möglichkeit, dass Luft in die Hydraulik entweicht. Wer die Stütze im Auto oder für den Flugtransportkoffer demontieren will, kann sich freuen: Alle Stützen bieten dieses Feature. Besonders einfach gelingt das bei Magura: wo kein Zug, da keine Arbeit. Bei CrankBrothers und E13 braucht man etwas Handkraft, bei RockShox wird zusätzlich Werkzeug benötigt.

7 E-Tourenfullys in drei Preisklassen im Praxischeck

Variostützen im Test: Fazit

Die Luft wird dünner! Zahlreiche neue Firmen und Modelle drücken auf den stark umkämpften Markt und machen den etablierten Herstellern wie Fox, KindShock und RockShox das Leben schwer. Das Gute vorweg: Schlechte Stützen gibt es nicht. Die Unterschiede sind oft marginal und eher an den Vorlieben der Käufer auszumachen. Im Test empfiehlt sich zur einfachsten Nachrüstung wegen des fehlenden Zuges auch in ältere Räder Magura. Die hohe Qualität und gekapselte Technik der CrankBrothers überzeugt Vielfahrer und Dreckspatzen. Beim Preis-Leistungsverhältnis überzeugt der Newcomer One Components auf ganzer Linie.

Und der Testsieg? Geht verdient an die spitzenmäßige BikeYoke Revive und komplett überarbeitete E13.

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