E-Tourenfullys, Test, Kaufberatung
E-Tourenfullys 2020 im Test: Sieben E-Bikes von 4299 bis 4999 Euro

Ausdauer-Experten

E-Tourenfullys 2020 im Test: Sieben E-Bikes von 4299 bis 4999 Euro

Lange, gerne steile Anstiege sind genau ihr Ding. Und mit feinfühligen, traktionsstarken 120- bis 140-mm-Fahrwerken trumpfen sie in nicht allzu wilden Abfahrten auf. Wir haben unter sieben E-Tourenfullys einen Sieger ermittelt.
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Nach Dienstschluss geschwind noch eine knackige, kleine Runde auf dem Hometrail feiern, am Wochenende auf ausgedehnte Trailtour im Mittelgebirge und sommers ins große Alpencross-Abenteuer starten? Dafür prädestiniert sind die aktuellen E-Tourenfullys. Agile, im besten Fall in jeder Fahrsituation leicht beherrschbare E-MTB-Allrounder für Fahrer, die über das Bergauffahren und das ambitionierte Erobern eines Gipfels den wesentlichen Teil ihres Geländeglücks definieren.

Und für die eine „top Abfahrt“ nicht darin besteht, einen möglichst anspruchsvollen Downhill möglichst schnell zu fahren. Vielmehr: eine entspannte Abfahrt auf überwiegend schön flowigen Trails zu genießen. Ja, vielleicht sogar genug Zeit für eine kurze Rast zu haben, um das tolle Bergpanorama gebührend zu bestaunen.

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Diese sieben E-Tourenfullys haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat
Bergamont E-Contrail Expert 4799 Euro
BMC Speedfox AMP 4 4999 Euro
Cube Stereo Hybrid 140 HPC SL 29 4499 Euro Preis/Leistung
Focus Thron² 6.9 4699 Euro Allround-Tipp
Giant Stance E+ 0 Pro 29 4299 Euro
Haibike Sduro Fullnine 7.0 4999 Euro
Scott Strike eRide 920 4999 Euro

Den Test der E-Tourenfullys mit ausführlichen Testberichte, Specs und Geometrie der einzelnen Räder lesen Sie in der bikesport e-mtb 1/2020. Hier können Sie die Ausgabe als Print oder E-Paper bestellen!

Bosch-Motorkraft und 29“-Räder

Grund genug also, um sieben E-Tourenfullys genau aufs Stollenprofil zu schauen. Die von der Redaktion dazu gewählte Preisklasse von 4299 bis 4999 Euro drängt sich dafür beinahe auf. Schließlich tummelt sich hier viel Konkurrenz nebst hochwertiger, aktueller Komponententechnik (Stichwort: moderne 1 x 12-fach-Antriebe), die für viele E-Biker als (noch) erschwinglich bezeichnet werden darf.

Und das Testfeld präsentiert sich überaus attraktiv. So rollt in Gestalt des von Grund auf überarbeiteten Stereo Hybrid 140 HPC SL 625 29 von Cube das einzige Bike mit einem in markanten Linien gezeichneten Carbon-Hauptrahmen auf den Trail. Das Bike bezieht seine Motorpower von Bosch‘ Performance CX Gen 4, betrieben durch den neuesten, ins Unterrohr integrierten Powertube-Akku der Schwaben mit 625 Wh.

Die E-Motoren auf einen Blick

Bosch Performance Line CX, E-Motoren

Bosch Performance CX Gen 4: Die jüngste Ausbaustufe des Motors punktet mit top Motorpower bei bester Dosierbarkeit

Shimano Steps E7000, E-Motoren

Shimano Steps E7000: Der Antrieb des BMC bietet drei Fahrstufen, agiert teilweise weniger spritzig als der große Bruder E8000.

Giant Syncdrive Pro, E-Motoren

Giant Syncdrive Pro: Mit bis zu 80 Nm Drehmoment potenziert das Aggregat die Beinkraft, generiert dabei satten Motorschub.

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Markenmacht von Bosch

Die Marktmacht von Bosch liest man exemplarisch an diesem Test ab: Mit Ausnahme des Giant und BMC greift man bei allen Bikes auf den Bosch CX zurück. So geschehen bei Bergamont und Haibike, die – eine weitere Gemeinsamkeit – ihre jeweils neuen Modelle auf 29“-Laufrädern ins Rennen schicken.

Und auch das ist Tendenz bei den Herstellern: E-Tourenfullys auf 29“-Laufräder zu stellen, um damit das Überrollverhalten an Hindernissen und die Traktion zu optimieren. Tatsächlich tragen die Riesenräder einen wichtigen Teil dazu bei, dass man am Volant aller Testprobanden trotz mitunter kurzer Federwege schwierigere Abfahrten meistert. Da verwundert nicht, dass Giant seinen E-Tourer nun als Twentyniner ins Rennen schickt.

Obendrein werkelt im Stance E+ 0 Pro 29 der Giant-Motor Sync­Drive Pro. Basierend auf dem neuen Yamaha PW-X2, soll er seine Motorpower  dank verbesserter Sensorik viel gleichmäßiger abgeben.

E-Tourenfullys: Licht und Schatten

E-Tourenfullys, Focus

Positiv - Focus: Der vorbildliche, weil großflächig aufgebrachte Kettenstrebenschoner schützt effektiv.

Scott, E-Tourenfullys, Licht und Schatten

Positiv - Scott: Steile, alpine Abfahrten voraus? Große 203/203-mm-Rotoren bremsen das Scott rasch.

Haibike, E-Tourenfullys, Licht und Schatten

Positiv - Haibike: Top Komfort gewünscht? Dann hilft der fein- fühlige Hinterbau des Habike.

Cube, E-Tourenfullys

Positiv - Cube: Die Hans-Dampf-Pneus von Schwalbe besitzen guten Biss, was u. a. beim Klettern hilft.

Cube, E-Tourenfullys, Positiv, Licht und Schatten

Positiv - Cube: Es muss nicht stets die exklusivste Gabel ans Rad, wie die günstige Fox 34 Rhythm beweist.

Scott, E-Tourenfullys, Negativ, Licht und Schatten

Negativ - Scott: Die senkrechte Betätigung des Variostützenhebels ist wenig ergonomisch, braucht Kraft.

Giant, Negativ, Licht und Schatten

Negativ - Giant: Die Montagequalität am Testrad wirkt teilweise lieblos. Resultat: deutlich zu lange Züge.

Giant, E-Tourenfullys, Negativ, Licht und Schatten

Negativ - Giant: Den unter anderem am Giant verbauten Maxxis-Rekon-Pneus fehlt's bei Nässe an Grip.

Haibike, Bremse, Negativ, Licht und Schatten

Negativ - Haibike: Die MT5-Bremse verzögert stark. Der Hebel liegt indes nicht perfekt in der Hand.

Haibike, E-Tourenfullys, Licht und Schatten

Negativ - Haibike: Die weit heruntergezogenen, innenlaufenden Züge schleifen an der Gabelkrone.

So haben wir getestet

Die knackigen Naturtrails rund um das oberpfälzische Regensburg bildeten das Testrevier für den vorliegenden Test. Auf der Testrunde mussten die Bikes auf anspruchsvollen (Steil-)anstiegen, schnellen Abfahrten und engen Kurvenkombinationen ihr Können beweisen.

Der zweite Teil des Testbetriebs erfolgte auf den kernigen, mitunter steilen Wurzeltrails bei Oberbozen in Südtirol. Beste Gelegenheit, Handlings- und Geometriequalitäten der Testprobanden auf den einfachen Flowtrails sowie knackigen, steinigen Passagen auszutesten und die Ergebnisse anschließend mit der ersten Testphase abzugleichen.

E-Tourenfullys, Test-Ablauf, So haben wir getestet

So haben wir die E-Tourenfullys für die bikesport e-mtb 1/2020 getestet

E-Tourenfullys im Test: Fazit

In der Tat erweist sich das neue Giant-Aggregat als ebenbürtiger Konkurrent des Bosch CX, begeisterte mit druckvollem und stets leicht kontrollierbarem Motorschub. Die bekannte Stärke des Giant/Yamaha-Vorgängers, bei geringer Trittfrequenz im Steilen kraftvoll zu unterstützen, hat der SyncDrive Pro übernommen – top! Mit Vorzeigequalitäten – darunter die in jeder Fahrsituation geballte, dabei intuitiv kontrollierbare Motorkraft – fasziniert einmal mehr der Bosch-CX-Antrieb.

Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz hält der am BMC verbaute E7000-Antrieb nicht mit: Da der mittlere Modus „Trail“ aus sportlicher Perspektive zu brav agiert, wechselt man häufig zulasten der Reichweite in die Boost-Fahrstufe. Ferner zeigten die Fahrtests auf, wie unterschiedlich ein E-Tourenfullycharakter gestaltet sein kann.

So funktioniert der Sieger nach Punkten, Cubes Stereo Hybrid 140, als potenter Tourer und E-All-Mountain zugleich, während das Focus – es teilt sich mit dem Bergamont Platz zwei – als schön sportives E-Tourenfully glänzt. Ganz anders das gekonnt auf top Komfort getrimmte, neue Haibike, dem weniger an heftigeren Strecken als entspanntem Tourenvergnügen gelegen ist. Das Sduro Fullnine 7.0 der Marke aus dem Fränkischen erreichte die Redaktion so taufrisch, dass die Listenausstattung noch nicht komplett verfügbar war (d. h.: Haibike/Rodi-Laufräder, Schwalbe-Nobby-Nic-Pneus).

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