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E-All-Mountains im Test: Elf Bikes von 3999 bis 6000 Euro

E-All-Mountains im Test: Über alle Berge

E-All-Mountains im Test: Elf Bikes von 3999 bis 6000 Euro

Lange Steilanstiege, technische, grobe Downhills oder einfache Flow-Trails: Vielseitigkeit steht auf der Prioritätenliste von E-All-Mountains ganz oben. bikesport e-mtb hat elf aktuelle Modelle getestet.
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„Kind, man kann doch im Leben nicht alles haben!“ – wie oft hat man in frühen Lebensjahren eben jenen, zwar gut gemeinten, jedoch nicht selten als ernüchternd empfundenen Lebenshinweis gehört. Und jetzt, zig Jahre später? Biegen motorisierte E-All-Mountains ums Eck, die, in etwa, keck das Gegenteil behaupten.

Nahezu jede Fahrsituation, in die es ein Mountainbiker zu bringen im Stande ist, wollen diese E-MTBs spielerisch bewältigen, dabei stets unfassbar viel Spaß machen. Potente MTB-Alleskönner und aufgebohrte Tourenbikes also, die dank kletterfreundlicher Geometrie mit Zutaten wie einem rund 74° steilen Sitzwinkel effizient klettern, so zu intensiven Touren per E-MTB motivieren. Und damit Fahrfluss und Fahrfreuden bei der wilden Trailjagd über gerne auch mal unbekanntes Terrain bergab nicht abreißen, arbeitet das E-All-Mountain an Vorder- und Hinterrad   mit großzügigen Federwegen von meist 140 bis 150 mm.

Balance ist eine zentrale Qualität eines gelungenen E-All-Mountain, will heißen: Im Idealfall fährt das Bike bergauf so gut wie bergab, leistet sich keine nennenswerten Schwächen und ist mit langen, zähen Anstiegen ebenso wenig überfordert wie im Wurzel-Stakkato fordernder Downhills.

bikesport e-mtb 2/2019

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E-All-Mountains im Test: Diese elf Bikes haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
Radon Slide Hybrid 9.0 500 3999 Euro
ROSE Elec Tec FS 2Testbrief 4199 Euro
Corratec E-Power RS150 P.650 B+Testbrief 4699 Euro
Focus Jam² 6.8 NineTestbrief 4699 Euro
Ghost Hybride SL AMR S4.7+ LCTestbrief 4799 Euro Preis-Leistungs-Tipp
R Raymon E-Seven Trailray Ltd 2.0 5199 Euro
Univega Renegade B 4.0 Alpine 4999 Euro
BH X-Tep Lynx 5.5 Pro STestbrief 5999 Euro
Rocky Mountain Instinct Powerplay A 70 6000 Euro Downhill-Tipp
Rotwild R.X+ Trail CoreTestbrief 5599 Euro Allround-Tipp
Storck E:drenalin XT 1×11Testbrief 5699 Euro

Die getesteten E-All-Mountains im Bild

Radon Slide Hybrid 9.0 500, E-All-Mountains, Test

Radon Slide Hybrid 9.0 500

ROSE Elec Tec FS 2, E-All-Mountains, Test

ROSE Elec Tec FS 2

Corratec E-Power RS150 P. 650B+, E-All-Mountains, Test

Corratec E-Power RS150 P. 650B+

Focus Jam² 6.8 Nine, E-All-Mountains, Test

Focus Jam² 6.8 Nine

Ghost Hybride SL AMR S4.7+ LC, E-All-Mountains, Test

Ghost Hybride SL AMR S4.7+ LC

R Raymon E-Seven Trailray Ltd 2.0, E-All-Mountains, Test

R Raymon E-Seven Trailray Ltd 2.0

Univega Renegade B 4.0 Alpine, E-All-Mountains, Test

Univega Renegade B 4.0 Alpine

BH X-Tep Lynx 5.5 Pro S, E-All-Mountains, Test

BH X-Tep Lynx 5.5 Pro S

Rocky Mountain Instinct Powerplay A 70, E-All-Mountains, Test

Rocky Mountain Instinct Powerplay A 70

Rotwild R.X+ Trail Core, E-All-Mountains, Test

Rotwild R.X+ Trail Core

Storck E:drenalin XT1x 11, E-All-Mountains, Test

Storck E:drenalin XT1x 11

Die ausführlichen Testbriefe der getesteten E-All-Mountains und weitere Informationen finden Sie in der bikesport e-mtb Ausgabe 2/2029. Jetzt bestellen!

Alle Inhalte der bikesport e-mtb Ausgabe 2/2019 gibt es hier auf einen Blick!

E-All-Mountains: Preis-leistungsstark bis nobel

Das Testfeld umfasst elf E-All-Mountains von 3999 bis 6000 Euro, gesplittet in drei Preisklassen (3999 – 4199; 4699 – 5199; 5599 – 6000 Euro).

Dass ein top ausgestattetes E-All-Mountain nicht erst für 6000 Euro zu haben ist, beweist Radon mit dem Slide Hybrid 9.0 500, dem Top-Modell seiner E-AM-Linie. Für fast 4000 Euro bringt der Versender Bosch‘ kraftvoll an Steigungen agierenden Performance-CX-Antrieb zum Einsatz und verbaut neben dem feinfühligen, satten Rock-Shox-Fahrwerk Shimanos erzsolide XT-Schaltgruppe.

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Akku schnell zu demontieren

Und obwohl das Design des Slide Hybrid mit dem auf dem Unterrohr platzierten Akku ein wenig wuchtig anmutet: Zum Laden ist der 500-Wh-Akku flugs demontiert, muss das Bike nicht in die Wohnung im vierten Stock getragen werden. Fraglos ist das ein echter Vorteil des externen Energieträgers!

Einziger weiterer Hersteller, der den Akku – auch aus Gewichtsgründen – auf dem Unterrohr platziert, ist Ghost.

Die übrigen Hersteller integrieren ihn ins Unterrohr, wobei er bei Rocky Mountain und Rotwild fest im Unterrohr installiert ist und vom Fahrer nicht entnommen werden kann. Muss der Akku nach Ende seiner Lebensdauer ausgetauscht werden, erledigt das der Fachhändler.

Trend zu mehr Akkuleistung

Begrüßenswert: der Trend zu leistungsfähigeren Akkus mit über 500 Wh Kapazität. Rose und Storck arbeiten mit einem 612-Wh-, respektive 636-Wh-Akku, das Rocky mit einem 632-Wh-Akku. Focus- und Rotwild-Spezialität: Der 378-Wh- (Focus) und 518-Wh-Standardakku (Rotwild) lassen sich gegen Aufpreis jeweils vergrößern. Ein echter Vorteil bei vielen Höhenmetern oder für schwere Fahrer.

Per Montage des optionalen Zweitakkus auf dem Unterrohr erhöht sich die Akkukapazität am Focus auf 756 Wh. Die Erhöhung der Akkuleistung auf 648 Wh erlaubt am Rotwild der Tausch des im Unterrohr fest installierten Akkus gegen die zum Laden entnehmbare 648-Wh-Version – ein Job für den Händler (!).

Die Spitze in punkto Akkuleistung markiert der BH-Akku, der propere 720 Wh bereitstellt, im Unterrohr sitzt und zum Laden entnommen werden kann. Dazu entsperrt der Fahrer per Smart-Key-Armband eine Akkuverschlussklappe – innovativ! Bemerkenswert: Trotz großem Akku ist das BH X-Tep Lynx 5.5 Pro S nicht schwerer als manch Konkurrent mit weniger Akkupower.

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Kritikpunkte an den E-All-Mountains

Zugleich darf gesagt werden, dass die aktuelle E-All-Mountain-Generation künftig gern noch an Gewicht verlieren und damit nochmals an agilem Handling sowie optimaler Fahrdynamik in allen Geländesituationen gewinnen darf.

Corratecs RS150 etwa ist mit 24,9 Kilo schwer, womit mehr Kraft nötig ist, um das Rad auf Flachpassagen durch die Kurven zu treiben. Ferner gestaltete sich die Ansteuerung der Motormodi bei zwei Testprobanden aufwändiger.

Die vier Unterstützungsniveaus des Conti-Antriebs am Rose und Storck ließen sich nur an den Drucktasten des Akkus aktivieren; die dafür primär vorgesehene Lenker-Fernbedienung funktionierte nicht und nervte durch Verrutschen. Laut Storck ein Problem der ersten Modellcharge, das mittlerweile behoben sein soll.

E-All-Mountains im Test: Fazit

Am erfolgreichsten setzt Rotwild das E-All-Mountain-Konzept um. Selbstverständlich erklimmt der Biker im Sattel des R.X+ Anstiege, prima unterstützt vom zugstarken Brose-Motor, der auch bei Volllast an Rampen geräuscharm bleibt. Das sehr gelungene Gesamtpaket R.X+ Trail Core komplettieren artgerechte, top funktionale Parts sowie ein leichtfüßiges Naturell und gutmütige Downhillfahrfertigkeiten.

Rotwild gelingt es mit diesem Rad, die Balance zwischen Up- sowie Downhillfahrfertigkeiten genau zu treffen und fährt so die meisten Testpunkte ein. Dem Rotwild-27.5“-Zöller dicht auf den Fersen ist das schwerere Rocky, dessen top Hinterbau aus Wurzelteppichen Daunenkissen macht. Den zweiten Platz teilt es sich mit dem preis-leistungsstarken Radon für 3999 Euro, das insbesondere im Bergabbetrieb mit lebendigem Handling punktet.

Die Top-4 ergänzt der Downhillspezialist Ghost: Das Hybride SL AMR 4.7+ LC trumpft mit sensiblem Stahlfederbein und konsequent auf Tempo geeichter Geometrie in steilen High-Speed-Abfahrten.

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